Wir entwickeln eine Improvisation für zwei Spieler*innen mit PlayStation-2-Controllern. Dabei entsteht Live-Elektronik mit vorbereiteten Klängen aus digitalen und analogen Quellen mit Samples und Resynthese. Die Steuerung funktioniert über zwei Schnüre pro Person, die an Sensorboxen befestigt sind. Durch Ziehen und Neigen der Schnüre werden Bewegungsdaten erzeugt. Diese Daten fließen in ein gemeinsames Programm, das die Bewegungen interpretiert – je nach Person auch unterschiedlich.
Jede Hand steuert drei Werte (x, y, z), das ergibt insgesamt 12 Parameter. Rein geometrisch lassen sich diese Werte nicht vollkommen unabhängig voneinander steuern, was zu spannenden Wechselwirkungen führt. Im Zusammenspiel reagieren die beiden Performer*innen sowohl klanglich als auch körperlich aufeinander. Dabei entstehen weite Arm- und Handbewegungen, die stark gestisch wirken und das Publikum unmittelbar ansprechen. Die sichtbare Verbindung zwischen Klang und Bewegung ist seit vielen Jahren ein zentrales Merkmal der Arbeiten von Karl F. Gerber.
Technisch ist das Projekt bewusst einfach: Es nutzt zwei GameTrak-Pedale aus dem Jahr 2002. Diese Geräte haben wir neu entdeckt, für unsere künstlerischen Zwecke adaptiert und in ein aktuelles Live-Konzept integriert. Der vorbereitende Kompositionsprozess umfasst die Anpassung der Hardware sowie die Auswahl und Optimierung von Klangmaterial und Algorithmen. So entsteht eine Performance, die mit einfachen Mitteln sowohl technisch als auch künstlerisch eine dichte und intensive Erfahrung bietet.
(Gerber/Erhard. Zur UA beim MGNM Musikfest 2025)